Der teuerste Fehler bei der Förderung kostet nichts extra und ist trotzdem nicht heilbar: den Auftrag erteilen, bevor der Antrag gestellt ist. Fast alle Programme setzen voraus, dass der Antrag vorher vorliegt oder der Vertrag eine aufschiebende Bedingung enthält.
Die zweite große Stellschraube ist der Sanierungsfahrplan. Er kostet Geld, wird selbst bezuschusst und erhöht bei Maßnahmen an der Gebäudehülle den Zuschuss. Wer mehr als eine Maßnahme plant, rechnet ihn fast immer wieder herein.
Heizungstausch: wie sich die Boni addieren
Beim Austausch einer Heizung setzt sich der Zuschuss aus mehreren Bausteinen zusammen, die sich bis zu einer Obergrenze addieren.
Die Grundförderung erhält jeder, der auf ein förderfähiges System umsteigt. Dazu kommt ein Bonus für den schnellen Austausch alter fossiler Anlagen, ein Effizienzbonus für bestimmte Wärmepumpen und ein Einkommensbonus für selbstnutzende Eigentümer unterhalb einer Einkommensgrenze.
Entscheidend ist die Deckelung: Der Gesamtzuschuss ist auf einen Höchstsatz begrenzt, und die förderfähigen Kosten sind bei der ersten Wohneinheit ebenfalls gedeckelt. Was darüber liegt, zahlen Sie voll. Bei einem Angebot deutlich über der Grenze lohnt es sich deshalb, den Kostenrahmen gegenzuprüfen, bevor der Auftrag rausgeht.
Reihenfolge beachten
Antrag vor Auftrag. Ist der Vertrag bereits unterschrieben, hilft nur noch eine ausdrücklich vereinbarte aufschiebende Bedingung — und auch die muss vor der Unterschrift dringestanden haben.
Gebäudehülle und der Fahrplan-Bonus
Für Dämmung, Fenster und Anlagentechnik gibt es einen niedrigeren Grundsatz als für die Heizung, dafür je Wohneinheit eine eigene Kostenobergrenze.
Liegt ein individueller Sanierungsfahrplan vor, steigt der Zuschuss um einige Prozentpunkte, und die Obergrenze der förderfähigen Kosten verdoppelt sich. Für einen Eigentümer, der ohnehin mehrere Maßnahmen plant, ist das der wirksamste einzelne Hebel.
Die Einbindung eines Fachplaners ist bei Maßnahmen an der Hülle ohnehin Voraussetzung. Sein Honorar wird bezuschusst und zählt zu den förderfähigen Kosten. Welche Maßnahmen in welcher Abfolge sinnvoll sind, steht unter Reihenfolge.
Wenn der Zuschuss nicht reicht
Zuschüsse decken einen Anteil, nicht die Rechnung. Für den Rest gibt es zwei Wege, und sie schließen sich nicht aus.
Der zinsverbilligte Ergänzungskredit der staatlichen Förderbank steht ergänzend zum Zuschuss zur Verfügung; bei selbstnutzenden Eigentümern unterhalb einer Einkommensgrenze wird der Zins zusätzlich vergünstigt. Beantragt wird er über die Hausbank, nicht direkt.
Der freie Ratenkredit ist der zweite Weg. Er ist schneller und flexibler, aber teurer. Ab welcher Summe sich der Umweg über die Förderbank lohnt, hängt am Effektivzins beider Angebote — und der ist selten der beworbene. Rechnen Sie beide Varianten durch, bevor Sie sich festlegen; der Darlehensrechner nimmt beide Konditionen entgegen.




